Kein Abstiegskampf

Das hier ist eine Premiere: Ein Spielbericht, in dem kein einziges Wort davon steht, was auf dem Platz los war. Denn ich will das nicht weiter kommentieren. Stattdessen, was außen passierte.

 

Die Nord: Nicht eingeladen, aber geduldet 🙂
Zunächst einmal: Die Nord ist weg. Zumindest der größte Teil. Ein paar Stufen stehen zwar noch, aber im Wesentlichen klafft da eine große Lücke. Deshalb war das Stadion mit gut 22.000 Zuschauern auch bereits ausverkauft und die Gegengerade war eng gestaffelt besetzt, weil ein wesentlicher Teil der Nord hier Asyl bekommen hat. „Nicht eingeladen, aber geduldet“, wie mein Nebenmann korrekterweise erwähnte.

 

Was will man auch von Ultras mit Sitzplatzkarten erwarten?
Es hat Spaß gemacht mal mit den Nordlern zu schnacken und nicht immer nur die gleichen Gesichter sehen zu müssen. Die Heidenheimer Fans fingen auf jeden Fall stark an mit ihrer „Rote Karte für Red Bull“ – Aktion. Gefiel mir sehr gut. Das Gepfeife danach weniger. Aber was will man auch schon von Ultras mit Sitzplätzen erwarten?

 

Bei „Deniz Naki!“ habe ich voller Inbrunst und Verzweiflung mitgeschrien
Sechzig Minuten Fassungslosigkeit später ertappe ich mich dabei, wie ich mich ernsthaft mit meinem Nebenmann darüber unterhalte, zu welchen Zeiten in der dritten Liga gespielt wird. Und da ich ja irgendwie immer das Positive sehe, male ich mir schon mal aus, was ich so alles spare, weil ich für die Auswärtsspiele kein Sky-Abo mehr benötige. Und das ich vielleicht endlich mal eine Dauerkarte ergattern kann.

Irgendwann fing das Stadion an, Wechselgesänge mit der Heidenheimer „Hymne“ anzustimmen. Bei „Deniz Naki!“ habe ich voller Inbrunst und Verzweiflung mitgeschrien, das „Oh wie ist das schön!“ beim Stand von 0:3 tat weh und war die Höchststrafe für die Mannschaft. Viel schlimmer als auspfeifen. Und leider verdient.

Das ist kein Abstiegskampf. Denn dort ist das Wort Kampf enthalten. War heute nix von zu sehen.

Um das Ganze positiv ausklingen zu lassen: Es gab leckere Fischbrötchen im Stadion und auch die Schmalzkuchen auf dem Dom waren ganz in Ordnung und frisch diesmal. Ach ja: Das Wetter war schön.

 

 

Der Trainer war eigentlich schon immer am Millerntor. Meist auf der Gegengeraden knapp vor der Nordtribüne.