Pflichtprogramm

Ich bin ja ehrlich: Mit so richtig viel Enthusiasmus gehe ich derzeit nicht ins Stadion. Das Gesetz der Wahrscheinlichkeit verspricht ja nun nicht gerade, dass ich total gut gelaunt wieder nach Hause gehe. Aber nützt ja nix. Und wenn ich dann ausgerechnet den einen Heimsieg verpassen würde, weil ich zu Hause bin: Das wäre ja noch ärgerlicher.

Hamburg zeigte sich mal wieder von seiner schmuddeligen Seite. Regen plätscherte auf den Domplatz. Die Schlange vor dem Einlass war überraschend leer. Da hatten sich wohl einige anders entschieden.

„Wir können nur gewinnen“ schien in großen Lettern von der Süd entgegen. Tja… Was mich sehr überrascht hat, war, dass kaum Banner in Richtung Bild vorhanden. Ich hatte ja mit flächendeckenden #BildNotWelcome gerechnet. Zur Halbzeit gab es ein „ShiceTryKai“, aber sonst war nicht viel zu sehen. Gut. Wir haben derzeit andere Sorgen.

Zum Anpfiff wurde es dann zum Glück trocken. Sogar ein klein wenig blauer Himmel war zu sehen. Die Stimmung war ganz  gut, auch wenn das Stadion bei weitem nicht voll war. So viel Platz hatte ich schon lange nicht mehr und auf der Haupttribühne waren auch viele leere Sitze zu sehen. „Ausverkauft“ heißt nun mal nicht automatisch auch „voll“. Dennoch konnten wir die Düsseldorfer Auswärtsfans in Grund und Boden singen, obwohl die nicht gerade leise waren.

Das Spiel fing launig an. Der Ball war größtenteils in der gegnerischen Hälfte, wobei der Gegner immer mal wieder durchkonterte. Viele Verletzte waren heute wieder auf dem Platz, allen voran Bouhaddouz. Alles in Allem eine anständige Partie. Düsseldorf wurde größtenteils gut von der eigenen Hälfte weggehalten. Allerdings war beim gegnerischen 16er einfach meist Schluss.

Der Schiri war von Anfang an sehr kleinlich. Vor allem Aziz wurde ein ums andere Mal weggepfiffen, wenn er sich durchgesetzt hatte. Nach etwa 35 Minuten landete dann ein eigentlich ungefährlicher Ball in unserem Tor. Vom eigenen Spieler. Was auch sonst. Diesmal war Buballa der Pechvogel.

Der Fußballgott ist ein Arschloch!

Weder die Hoffnung, dass das zu wütenden Angriffen führen würde, noch die Befürchtung, die Abwehr würde jetzt wackeln, wurden erfüllt. Es schien gar keinen Einfluss zu haben, was ich schon etwas erschreckend fand. Lediglich Bouhaddouz sah nach einem Frustfoul Gelb. Wenigstens einer, der wütend gegen die Niederlage ankämpfte.

Kurz vor Schluss der ersten Halbzeit gab es überraschend viele Pfiffe aus südlicher Richtung, weil der Ball immer wieder hinten rum gespielt worden ist. Das wurde aber schnell durch wütende „St. Pauli“ – Rufe überstimmt. Dann bekam Lasse noch eine gelbe Karte für ein Nicht-Foul und wir durften 15 Minuten fachsimpeln. „Liga drei ist auch nicht so schlimm“ war der generelle Grundtenor: „Nur schade, dass wir Ewald dann wahrscheinlich nicht behalten dürfen.“ Letzteres war keineswegs sarkastisch gemeint.

Etwa zehn Minuten nach Wiederanpfiff hatte Aziz dann die Chance auf dem Fuß. Kraftvoll schoss er den Ball ins untere Eck, doch leider war der gegnerische Keeper noch gerade rechtzeitig dran und auch Choi wurde der Ball kurz vor dem Nachschuss weggespitzelt. Das Spiel blieb extrem kampfbetont und leider recht erfolglos. Irgendwann schaffte es Bellinghausen mal wieder, sich neue Fans zu machen. Er zoffte sich mit Ewald um den Ball. Unser Spiel wurde – vor allem dank Choi und Sahin, und später auch Nico Empen – deutlich risikofreudiger, was den Düsseldorfern natürlich auch Chance eröffnete.

Am Ende blieb es beim 0:1 und die Erkenntnis, dass uns vor allem im Sturm einfach die Qualität fehlt. Und dass ich mich schon auf die Winterpause freue.

Na, wenigstens gabs hinterher lecker Schmalzkuchen auf dem Dom.

Der Trainer war eigentlich schon immer am Millerntor. Meist auf der Gegengeraden knapp vor der Nordtribüne.

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