Farbenspiele

Montagsspiele sind ja eher nicht so prickelnd. Mittwochsspiele sind allerdings auch nicht gerade besser. Trotz des miesen Termins war das Stadion unglaublich gut gefüllt. Über 29.000 Fans schauten sich das Spiel an. Also fast ausverkauft. Das Wetter spielte heute dann auch noch richtig gut mit. Richtig tolles Wetter. Gegenüber dem Bochumspiel durften Verhoek und Buchti mal wieder von Anfang an spielen.

Die Stimmung war dem Wetter angemessen und wurd auf dem Platz auch belohnt. Unsere Jungs machten ordentlich Dampf: Das war deutlich näher am Bochum-Spiel als am Duisburg-Spiel. Vor allem Hornschuh gefiel mir ausgesprochen gut. Vielleicht lag es auch einfach nur daran, dass der Gegner ihn unterschätzte, und deshalb die Plätze ließ, aber vor allem in der ersten Halbzeit zeigte er einige sehr gute Aktionen. In der zweiten Halbzeit war da auch mal eine Flanke ins Nichts dabei, aber alles in anderem ein tolles Spiel bei seinem zweiten Millerntoreinsatz.

Im Supermarkt gibt es ja mittlerweile wieder Spekulatius. Vielleicht hatte Robin deshalb ein Tannenbaumgrünes Trikot an. Auf jeden Fall war er von der Gegengeraden farblich kaum von unseren Feldspielern zu unterscheiden. Solange der Schiedsrichter sich da nicht vertut, und wegen Handspiel verwarnt sollte es mir Recht sein. Die Heidenheimer brachten nicht viel sehenswertes auf den Platz. Auffällig war nur die Härte, mit der sie unsere Spieler foulten. Es gab dabei gar nicht viele Fouls, aber wenn es denn mal knallte, war es gleich Gelb.

Der Schiri ließ das lange laufen, als es dann aber doch zu heftig wurde, wurden dann auch die Karten gezückt. Obwohl am Ende des Spiels 7 Gelbe und einer Gelb-Rote Karte zu sehen waren, war dies keineswegs kleinlich. Hartes Einsteigen und taktische Fouls zogen sich durch das ganze Spiel. Ohne Feindeinwirkung musste Enis Alushi dann bereits nach weniger als 30 Minuten vom Platz. Jerry übernahm dann seinen Part.

Heidenheim beschränkte sich auf überfallartige Angriffe, die aber meist gut abgewehrt wurden. Insbesondere Lasse zeigte mal wieder viel Einsatz und entschärfte einige Flanken. Ansonsten machten wir das Spiel, und kamen diesmal sogar gut in den gegnerischen 16er.

Kurz nachdem Verhoek in Minute 35 den Pfosten traf kam wie aus dem sprichwörtlichen Nichts das Tor der Heidenheimer. Zum Glück aus einer klaren Abseitsposition.  Und wieder nur wenige Minuten später machte Maier das, was Maier nun mal so macht: Er semmelte das Ding von knapp ausserhalb des gegnerischen 16ers einfach mal ins Tor. Wahnsinn!

Zwei gelbe Heidenheimer Karten später war dann auch Halbzeit. Das war doch schon mal extrem ordentlich. Der Vfl Wolfsburg wurde ja nach einer 1:0 Halbzeitführung ja noch mit 1:5 nach Hause geschickt. Aber ich war mir heute sicher, dass wir natürlich eine bessere Qualität als Wolfsburg besitzen… 🙂

Die zweite Halbzeit lief fast wie die erste ab. Heidenheim ging jetzt etwas früher an den Mann, hatte aber weiterhin kaum Zugriff. Nach gut 70 Minuten folgte dann irgendwann erwartungsgemäß die erste Gelb-Rote Karte und Heidenheim musste den Rest mit 10 Mann bestreiten. Die 20 Minuten überzahl machten sich aber nicht wirklich deutlich bemerkbar. Wir hatten das Spiel zwar weiterhin in der Hand, zwingende Chancen blieben aber dennoch aus. In Minute 78 wurden Maier verabschiedet und Schnecke begrüßt. Beides mit kräftigem Ablaus von den Rängen. Schnecke fügte sich dann auch gleich ins Spielkonzept ein und kassierte eine gelbe Karte. Lasse brachte endlich mal wieder einen guten Kopfball aufs gegnerische Tor, dass der Torwart aber glänzend parierte. In den letzten 10 Minuten mussten wir uns einige Male erwehren, als Heidenheim mit dem Mut der Verzweiflung nach vorne stürmte und jetzt zum ersten Mal im Spiel Torgefahr ausströhmte. Aber es blieb beim hochverdienten 1:0.

Ratsche konnte sich heute nicht so wirklich mit offensiven Aktionen beweisen, arbeitete dafür aber defensiv bärenstark und gewann gefühlt 120% seiner Zweikämpfe. Auch Basti zeigte richtig guten Einsatz in der Defensive. Alles in allem ein gutes Spiel, aber auf Dauer wird ein Treffer pro Spiel nicht immer reichen.

 

Das Titelbild stammt von „Schlurcher“ (CC:BY 3.0) 

Der Trainer war eigentlich schon immer am Millerntor. Meist auf der Gegengeraden knapp vor der Nordtribüne.